Reisebericht Teneriffa

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- Im Schatten des Teide

Schon beim Landeanflug auf Teneriffa erblickt man das Wahrzeichen der Insel: den Teide, der auch als Fujijama der Kanaren bezeichnet wird. Teneriffa ist die größte und grünste Insel der Kanaren. Wie auf fast allen Kanarischen Inseln gibt es auch hier zwei klimatische Gesichter: eine windabgewandte, sommerliche und ein windzugewandte, eher frühlingshafte Inselhälfte. Nicht zuletzt daraus ergibt sich die beeindruckende Vielfalt der zahlreichen Naturschätze. Von üppiger Vegetation im Orotavatal im Norden, tropischen Gärten und Plantagen, den weitläufigen Sandstränden im Süden bis hin zur bizarren Vulkanlandschaft des Nationalparks Las Cañadas. An manchen Stellen ragen hier Steilwände bis zu 700 m über den Kraterboden hinaus. Eine Steinwüste aus erkalteter Lava bildet bizarre Felsformationen, die durch eine besondere Vegetation gekennzeichnet sind. Im Frühjahr verwandeln sich die Cañadas, die Vulkankrater, in ein Blütenmeer, dass die Wüste zum Leuchten bringt. Während der Sommertrockenheit verschwindet die Pracht leider wieder und es bleibt nur eine karge Steinwüste zurück. Es erwarten Sie atemberaubende Aussichten auf Felsschluchten, kleine romantische Fischerdörfer und die lebendige Hauptstadt Santa Cruz mit ihren engen Gassen und historischen Bauten. Diese Kontraste und das unvergleichlich milde Klima lassen Teneriffa zu einem Urlaubsparadies für jeden Geschmack werden.

11.02. - 18.02.2015

Reisebericht

Bereits auf der Fahrt vom Flughafen Teneriffa-Süd nach Puerto de la Cruz konnten sich die 19 Teilnehmer der KN-Leserreise davon überzeugen, dass die Insel mit jedem Kilometer nach Norden immer grüner wird. Dattelpalmen, Bananenplantagen, Hibiskus, Strelitzien und Bougainvillea hießen uns willkommen.

Auch bei der ganztägigen Inselrundfahrt am nächsten Tag zeigte uns die Insel ihre unterschiedlichen Gesichter, die höchste Steilküste Europas bei Los Gigantes, die Sandstrände im Süden bei Playa de las Americas, und malerische kleine Dörfer. Natürlich durfte auch ein Abstecher nach Icod de los Vinos nicht fehlen, wo wir den berühmten, über 17 Meter hohen Drachenbaum bewundern konnten. Es soll sich weltweit um das älteste Gewächs dieser Art handeln, wobei die Altersangabe allerdings sehr variiert und zwischen 1000 und 3000 Jahren liegt.

Der nächste Tag bot die Möglichkeit zu einer Fahrt an die Ostküste Teneriffas. Weiter ging es danach durch das Anaga-Gebirge zur Nordküste nach Taganana, durch eine wild zerklüftete Landschaft. Die Rückfahrt nach Puerto de la Cruz führte uns durch das Mercedes-Gebirge, mit seinen dichten Kiefernwäldern. Danach besuchten wir La Laguna, die ehemalige Hauptstadt der Kanarischen Inseln, die vor 10 Jahren von der UNESCO den Titel „Weltkulturerbe“ verliehen bekam. Zum Abschluss erwartete uns in Tacoronte ein kanarischer Imbiss in einem einheimischen Lokal, welches gleichzeitig eine Weinkellerei beherbergt und so beinhaltete das Essen natürlich auch gleich eine ausgedehnte Weinprobe – der optimale Abschluss eines eindrucksvollen Tages.

Einen weiteren Höhepunkt bildete der unvergessliche Ausflug auf die Nachbarinsel La Gomera. Wir besuchten den größten noch zusammenhängenden Lorbeerwald der Erde, der durch den tiefhängenden Nebel wie ein verwunschener Märchenwald wirkte. Zum Glück hatten wir, wie an allen Tagen, unsere gute Fee dabei, unsere ausgezeichnete Reiseleiterin Ariane. Eindrucksvoll waren auch die bizarren Vulkanschlote, die Lavafelder und die tiefen Barrancos. Und natürlich durfte eine interessante Demonstration der nur auf La Gomera bekannten – und noch heute benutzten – Pfeifsprache nicht fehlen.

Den freien Sonntag benutzten die meisten Gäste zu einem unvergesslichen Besuch des berühmten Loro Parques. Ein etwas irreführender Name, denn außer den Loros, den Papageien, beherbergt der Park in seiner großzügig und liebevoll gestalteten Anlage Gorillas, Delphine, Orcas, Pinguine, Otter, Tiger, Riesenschildkröten und, und, und…

Am folgenden Tag fuhren wir nach Norden und hielten zunächst in dem kleinen ursprünglichen Städtchen Garachico. Vielleicht hätten einige Gäste dort noch ein besonders eindringliches Gebet in der San Francisco Kirche gesprochen, hätten sie geahnt, welche Serpentinenfahrt sie danach erwartete, auf der engen Straße nach Masca. Aber zum Glück hatten wir ja unseren Fahrer Fernando, dem wir uns ohne Bedenken anvertrauen konnten. Über unzählige Kurven, vorbei an steilen Berghängen und tiefen Schluchten des Teno-Gebirges erreichten wir das kleine Bergdorf, welches nur aus wenigen Häusern besteht und früher nur auf Eselspfaden zu erreichen war.

Der letzte Tag war, zur Beruhigung mancher Gäste, ein Tag ohne Serpentinen, denn wir besuchten zunächst das Orotava-Tal mit den herrlichen Parkanlagen, der eindrucksvollen Kirche San Augustin und den gut erhaltenen Adelshäusern mit den typischen kanarischen Holzbalkonen.

Dass gerade an diesem Tag eine Oldtimer-Rallye stattfand, war für viele von uns ein unerwarteter Pluspunkt.

Danach ging es weiter zum Wahrzeichen Teneriffas, dem berühmten Vulkan Teide. Dieser höchste Berg Spaniens ist 3718 Meter hoch und über eine sehr gut ausgebaute Höhenstraße zu erreichen. Wir verließen Puerto de la Cruz bei wolkenverhangenem Himmel und einige zweifelten wohl etwas, ob sich diese Fahrt überhaupt lohnen würde. Etwas später fuhren wir direkt durch die Wolkenschicht und es erwartete uns ein unbeschreiblicher Anblick: Über der weißen, watteartigen Masse erhob sich vor dem Hintergrund des strahlenblauen Himmels der Pico del Teide. Später durchwanderten wir die ausgedehnten Lavafelder und bestaunten die bizarren Formen der Roques, bei denen man nicht viel Fantasie benötigt, um Gesichter, Figuren oder auch Ungeheuer zu erkennen.

Dieser eindrucksvolle Höhepunkt war auch gleichzeitig der unvergessliche Abschluss einer gelungenen Reise.

Ingrid Reips