Reisebericht TC BELLEVUE

ZURÜCK Kontakt PDF E-Mail

Quer über das Ijsselmeer und duch Holland und Belgien

Waffeln, Käse, Schokolade und Pommes Frites – diese kulinarische Mischung an Speisen, die auf den ersten Blick nicht zusammen passen, harmonisiert auf einer Flusskreuzfahrt auf dem Niederrhein durch Holland und Belgien thematisch gut. Handelt es sich hierbei doch um Spezialitäten der beiden Länder, die die Leserreisen-Gäste der Kieler Nachrichten und der Segeberger Zeitung unbedingt verkosten sollten.

20.04. - 27.04.2013

Reisebericht

Brügge. „Es gibt drei Arten von Schokolade", stimmt Reiseleiter Didier die Gruppe gleich zu Beginn eines Ausflugs nach Brügge ein, „teure Schokolade, billige Schokolade und ‚die dazwischen‘. Teure Schokolade esse ich sehr gerne, aber nur, wenn ich sie geschenkt bekomme. Billige Schokolade aus dem Supermarkt esse ich selten, weil sie kaum mit reiner Kakaobutter hergestellt wird. Also kaufe ich die Schokolade im mittleren Preissegment." Und davon gibt es wahrlich eine reichliche Auswahl. In manchen Stadtvierteln Brügges reiht sich Chocolaterie an Chocolaterie und die ausgefallenen Schaufensterdekorationen rund um die schokoladigen Leckereien wetteifern miteinander um die Aufmerksamkeit der Betrachter. Ihren guten Ruf verdankt die belgische Schokolade dem streng traditionellen Motto „100% Kakaobutter", dem die meisten handwerklichen Schokoladefabrikanten zugunsten des guten Geschmacks treu bleiben, auch wenn eine europäische Richtlinie heutzutage 5% andere pflanzliche Fette außer der Kakaobutter zulässt. Doch Schokolade ist längst nicht alles, was Brügge beziehungsweise Belgien zu bieten hat.

Architektonische Kleinode wie die mittelalterlichen Giebel- und Gildehäuser, die sich an die sogenannten „Reien", die Kanäle der Stadt Brügge schmiegen, das prunkvolle Rathaus, der Glockenturm und geschäftige Einkaufsgalerien buhlen um das Interesse der Flaneure und Touristen, ebenso wie die zahlreichen Straßencafés, Pommes Frites-Läden und Waffel-Verkaufsstände, die zum Verweilen einladen. Die Brügger Altstadt ist nie durch großflächige Brände zerstört worden, so dass die mittelalterliche Anmutung heute noch perfekt ist. Auch Gent, Antwerpen und die Hauptstadt Brüssel, die auf der Route der Flusskreuzfahrt liegen, ziehen die Reiseteilnehmer mit ihren weitgehend erhaltenen alten Stadtkernen und schmucken Bauten in ihren Bann.

Amsterdam und Rotterdam, zwei der Städte, die das Flussschiff TC Bellevue in den Niederlanden ansteuert, setzen Kontraste. Amsterdam zeigt mit seinen idyllischen Grachten, modernen Glaspalästen neben historischen Giebelhäusern sowie den Coffeeshops, den allgegenwärtigen Fahrrädern und studentischem Flair im Stadtkern ein buntes, weltoffenes Gesicht, während Rotterdam mit seinem riesigen Containerhafen – dem drittgrößten der Welt, wie die Reisegruppe lernt – und seinen Wolkenkratzern komplett der modernen Architektur verhaftet ist. Da Holland auch als Land der Windmühlen gilt, unternimmt Kapitän Costica Zamfir mit seinem Flussschiff einen Abstecher von der Fahrtroute zu den Windmühlen von Kinderdijk, einem Ensemble aus 19 Windmühlen, die den Boden für die landwirtschaftliche Nutzung bereiten, indem sie das anfallende Wasser aus den Poldern, eingedeichtem Gelände unterhalb des Meeresspiegels, abpumpen. Untermalt von den Klängen klassischer Musik breitet sich das stimmungsvolle Panorama der Windmühlen vor den Gästen auf dem Sonnendeck des Schiffes aus.

In die Käsestadt Gouda führt die Kreuzfahrt zwar nicht, während der Reise wird jedoch in einigen Städten Markt abgehalten und somit bietet sich die Gelegenheit leckeren holländischen Käse zu probieren. Nicht zuletzt werden die landestypischen Spezialitäten auch auf dem Kreuzfahrtschiff in die Mahlzeiten integriert: Gaumenfreuden wie holländische Käsesuppe gefolgt von Fisch-Variationen und leckeres Schokoladenmousse oder Waffeln mit Fruchtsoße zum Dessert garnieren die wahrhaft lukullische Reise, von der die Leserreisenden nach 1.100 zurückgelegten Kilometern auf Flüssen und Kanälen Abschied nehmen müssen.

Jutta Glietz