Reisebericht SORRENT

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- Capri - Ischia

Unsere kleine Reisegruppe fliegt ab Hamburg über Frankfurt nach Neapel. In Richtung Sorrent werden die Straßen immer kleiner und kurvenreicher. Manch steiler Blick von oben zeigt das glitzernde Meer. Im Hotel Riveria angekommen werden wir mit Sekt und Fingerfood begrüßt. Auf der riesigen Terrasse hoch über dem Meer schweift unser Blick zur Insel Capri und zum Vesuv. Beim Abendessen, mit einem Platz hinter riesigen Panoramafenstern, werden wir kulinarisch verwöhnt, und der atemberaubende Blick zu dem blutroten Sonnenuntergang bei Capri übertrifft alle Klischees. Nachts glitzern die Lichter von Neapel über das Meer.

04.04. - 12.04.2014

Reisebericht

Unsere kleine Reisegruppe fliegt ab Hamburg über Frankfurt nach Neapel. In Richtung Sorrent werden die Straßen immer kleiner und kurvenreicher. Manch steiler Blick von oben zeigt das glitzernde Meer. Im Hotel Riveria angekommen werden wir mit Sekt und Fingerfood begrüßt. Auf der riesigen Terrasse hoch über dem Meer schweift unser Blick zur Insel Capri und zum Vesuv. Beim Abendessen, mit einem Platz hinter riesigen Panoramafenstern, werden wir kulinarisch verwöhnt, und der atemberaubende Blick zu dem blutroten Sonnenuntergang bei Capri übertrifft alle Klischees. Nachts glitzern die Lichter von Neapel über das Meer.
Während eines Stadtrundgangs in Sorrent, das etwa 50 m über dem Meer liegt,  besuchen wir das Museum Correale, die Villa Comunale, die Kathedrale und die Piazza Tasso. Wir schlendern durch die endlosen, kleinen, verwinkelten Gassen mit ihren unterschiedlichen Geschäften. Überall gibt es Zitronen zu kaufen und in flüssiger Form zu trinken, als den berühmten Limoncello. Die Eisdielen mit der extrem großen Auswahl können wir auch nicht auslassen.
Mit dem Schiff fahren wir nach Capri und für manche geht endlich ein Traum in Erfüllung. Mit einem Kleinbus fahren wir in rasanter Fahrt über enge steil abfallende Straßen, die zu Angstausbrüchen verleiteten, zu dem Ort Anacapri, wo die Villa San Michele des schwedischen Arztes, Schriftstellers, Künstlers und Forschers Axel Munthe steht. Für einige von uns das Ereignis überhaupt, die anderen lassen sich in den Bann ziehen. Das Haus wurde später auf der ganzen Welt durch Munthes schriftstellerisches Werk „Das Buch von San Michele“, berühmt. Die Besichtigung der Anlage ist sehr beeindruckend und nachdem die meisten Besucher gegangen sind sitzen wir auf der Terrasse, trinken unseren Cappuchino und lassen alles auf uns wirken.
Dann zurück ins Getümmel von Capri Stadt. Der Rundgang durch die Augustus-Gärten mit seinen Aussichtsterrassen bietet uns eine grandiose Aussicht auf die Felsen im Wasser und auf steilabfallende Felsvorsprünge. Trotz der vielen Eindrücke organisieren wir noch eine Schiffstour rund um Capri. Hoher Sonnenschutzfaktor, Strohhut und viel Mineralwasser wird benötigt um diese interessante Fahrt zu genießen. Felsdurchbrüche, Eingänge von Grotten, mit dem kleinen Schiff finden wir immer eine Lücke um noch dichter an die Küste heranzukommen. Noch ein kurzer Bummel am Hafen und dann geht es zurück in das Hotel.
Am nächsten Tag, nach einem sehr leckeren Frühstücksbüffet, stellt sich bei einigen die Frage, schaffe ich es oder nicht? Gemeint ist der Aufstieg auf den Vesuv. Das Wetter ist super, feste Schuhe haben auch alle. Also los geht es. Den richtigen Rhythmus finden, mit dem losen, rutschigen Lavagestein zurechtkommen - wir schaffen es alle - und stehen fasziniert am Rande des Kraters.
Am Nachmittag fahren wir nach Pompeji und in der Hitze wirken die Ruinen und die Anlage noch größer und gewaltiger. Unterstützt durch viele Vorträge können wir einen guten Überblick über das Geschehen ableiten. Völlig erschöpft kommen wir im Hotel an, können uns auf der Terrasse erholen oder im Panoramapool plantschen.
Heiße Thermalquellen, eine üppige Vegetation und schöne Aussichtpunkte, das ist Ischia. Eine angenehme Rundfahrt über die Insel erwartet uns mit unzähligen Fotostopps. Auf dem Weg zum Castello Aragonese in Ischia Porto gehen wir an unzähligen Geschäften vorbei. Überall wird noch gewerkelt, gehämmert und gestrichen, da die Saison hier viel später anfängt. In St. Angelo erleben wir eine völlig entspannte Atmosphäre und würden gerne noch länger bei Bruschetta, Wein, Cappuccino und Eis verweilen, lesen und träumen, aber unsere Reiseleiterin zeigt streng auf die Uhr. Auch dieser schöne Tag geht zu Ende und am Abend bedienen uns wieder fünf lautlose, elegante Damen und Herren und unser Blick pendelt vom Sonnenuntergang auf Capri zu dem Wolkenkranz auf dem Vesuv.
Nach so vielen Eindrücken freuten sich alle auf den einen Tag ohne festes Programm. Endlich einmal ausschlafen und ganz in Ruhe einen Tag am Pool verbringen oder nach Sorrent shoppen gehen. Einige machen eine Wandertour, nur für Geübte, oder eine Abenteuerfahrt mit der Eisenbahn nach Neapel.
Wer zu Fuß zum kleinen Hafen von Sorrent, der Marina Grande heißt, abbiegt, hat den Eindruck, dass die Zeit stehengeblieben ist. Wer sich noch an den Film „pane, amore e...“ erinnern kann, hat das Szenario vor Augen: Sofia Loren, damals knapp über 20 Jahre alt, kommt die Treppe zum Hafen von Marina Grande herunter, um sich mehr oder weniger heimlich mit ihrem Freund zu treffen. Hinter ihr stapeln sich pastellfarbene Häuser übereinander, vor ihr liegen Fischerboote am Strand, später versinkt die Sonne mit einem dramatischen Farbspektakel im Meer.
Das war 1955, doch in Marina Grande hat sich seitdem wenig verändert. Noch immer dümpeln Holzboote in der Bucht, und die bescheidenen Häuschen, die sich den Hang hinaufziehen, könnten einen frischen Anstrich vertragen. Aus der Zeitreise zurück kaufen wir noch ein paar Souvenirs, bummeln durch die Altstadt und beenden den Tag auf der Terrasse.
Der letzte große Ausflug bringt uns an die „göttliche Küste“, wie die Amalfiküste auch genannt wird. Die engen Straßen an der steil abfallenden Küste sind eine Herausforderung für den Busfahrer und unsere Nerven. „Das wollen Sie gar nicht sehen was ich jetzt sehe“. Ja, kann gut sein, zum ersten Mal überlegten wir, wo unsere Reisetabletten sind. Dann hielten wir an und liefen von der Küstenstraße in den Ort Positano hinunter. Nur für Sportliche, da wir auch wieder nach oben mussten. Die Ortschaft ist sehr beeindruckend und die Häuser kleben an den Felsen, durch die sich steile, kleine Wege schlängeln.
Weiterfahrt nach Amalfi, wo wir den imposanten Dom, der nur über eine majestätische Treppe zu erreichen ist, besichtigten. Die Reliquien des Schutzheiligen des Domes und der Stadt, des Heiligen Andreas, sind in der Krypta des Domes aufbewahrt. Wir sind beeindruckt. Weiter geht es in das malerische Bergdorf Ravello, das sich 350 Meter über dem Meer auf einem Felsvorsprung erhebt. Das romantische Stadtbild Ravellos ist maurisch geprägt und wird von mittelalterlichen Gässchen, stilvollen Villen und blühenden Gärten bestimmt. Der einstige Wohnsitz der Adelsfamilie Rufolo hat einen wunderbaren Innenhof und einen traumhaften Garten mit Pinien, Blumen, Zypressen und Terrassen, von denen sich ein wunderbarer Blick über das Meer darbietet. Wagner ließ sich 1880 bei der Komposition seines Werkes „Parsifal“ von dieser Schönheit inspirieren. Geleitet von den Eindrücken, die Wagner in seiner hier entstandenen Oper beschrieb, können Besucher noch heute auf den Spuren des Komponisten wandeln.

Leider müssen wir am Samstag Abschied nehmen. Es fällt uns sehr schwer und der Blick schweift immer wieder über das Meer, und unsere nostalgische, romantische Stimmung lässt den Satz „... wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“ in einem anderen Licht erscheinen.

Ingrid Otto-Kaiser