Reisebericht Sagenhaftes Lykien

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Sagenhaftes Lykien

Lykien, ein geheimnisvolles Wort für ein geheimnisvolles Land. Dorthin führten die Kieler Nachrichten eine Schar von Lesern auf eine Reise vom 18. bis zum 25. April. Das Rätsel des Namens löste sich bald auf, Lykien ist ein Landstrich an der türkischen Küste, nördlich der bekannten Stadt Antalya, und die Lykier, ein Volk, das schon bei Homer erwähnt wurde, waren seine Namensgeber.

18.04. - 25.04.2013

Reisebericht

Ephesus. Voll von historischen Zeugnissen ist dann auch das Land, und die galt es zu entdecken und zu bewundern. Da war die Grabeskirche des Heiligen Nikolaus in Demre, die versunkene Stadt Kale, die Felsengräber der antiken Stadt Kaunos und natürlich Ephesus. Ephesus war zur Zeit der Römer eine der bedeutendsten Städte des Reiches, und das lässt sich in den großartig erhaltenen Ruinen wunderbar erahnen. Das riesige Areal ist eingebettet in eine wilde und doch anmutige Landschaft, wer hätte hier nicht gerne gelebt, damals in den alten Zeiten. Auch Maria, die Mutter von Jesus, verbrachte hier ihr Lebensabend.

Ist Ephesus der Anziehungspunkt von Besuchern aus aller Welt, liegt die Ruinenstadt Laodicea, auch sie eine bedeutende Stadt im Altertum, verträumt und verlassen da. Schön ist es, zwischen leuchtendem Mohn auf dem brüchigen Pflaster der alten Straßen zu wandern, beäugt von misstrauischen Salamandern, die sich auf uralten Steinen sonnen.

Eine ganz andere Sehenswürdigkeit ist Pamukkale. Das türkische Wort bedeutet Watteburg, eine schöne Bezeichnung für die Kalksteinterassen, die sich an einen Berghang winden. Dieses Weltkulturerbe entsteht durch Thermalwasser, das Kalk ausscheidet und damit eine bizarre Landschaft bildet.

Unterschätzt, ja fast missachtet wird Antalya, das ist ungerecht, denn allein die Altstadt entfaltet ihren besonderen Zauber, wenn man durch die engen, verwinkelten Gassen schlendert, am pittoresken Hafen vorbei schaut und dann noch ein wenig in der alten Tekeli Mehmet Pascha Moschee verweilt.

Vergessen wir auch nicht die atemberaubende Landschaft, die zerklüfteten Küsten der Adria, das Sumpfdelta bei Dalyan, die schneebedeckten Gipfel des Taurus-Gebirges und die grünen Täler mit ihrer schwelgerischen Blumenpracht.

Schließen möchte ich mit den Zeilen von Horst Detering, einem unserer Teilnehmer, in dessen Poesie unsere Reise noch einmal aufleuchtet.

Wer das BLAU des Wassers der Ägäis
und der Krabben des Flussdeltas,

das SCHNEEWEISS der Gipfel
des mächtigen Taurus-Gebirges,

das ROT des Sandelholzes
und der Blüten des Granatapfelbaumes,

das saftige GRÜN im Tal
des fruchtbaren Mäander-Flusses,

das nuancenreiche GRAU des Marmors
von antiken Stätten,

das TÜRKIS und das KALKWEISS
der Kaskaden von Pamukkale

und das ganze FARBSPEKTRUM
der duftenden Gewürze erleben durfte,

nimmt einen schillernden Teppich
bunter Eindrücke mit nach Hause.

Torsten Gerhardt