Reisebericht MS SANS SOUCI

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Von Kiel nach Heidelberg

Leinen los heißt es am letzten Tag der Kieler Woche für die Gäste der KN-Leserreise auf MS SANS SOUCI. Am frühen Abend legt das klassisch-elegante und schwimmende Hotel in Richtung Kieler Förde ab. Hinter der Absperrung der Wasserschutzpolizei bleibt es aber alsbald wieder liegen, damit wir das Abschlussfeuerwerk vom Logenplatz auf dem Sonnendeck aus beobachten können. Nach der grandiosen pyrotechnischen Vorstellung brandet von Land und von Deck Applaus auf und sämtliche Schiffe auf der Förde danken mit einem kräftigen Ton aus dem Signalhorn.

29.06. - 13.07.2014

Reisebericht

Leinen los heißt es am letzten Tag der Kieler Woche für die Gäste der KN-Leserreise auf MS SANS SOUCI. Am frühen Abend legt das klassisch-elegante und schwimmende Hotel in Richtung Kieler Förde ab. Hinter der Absperrung der Wasserschutzpolizei bleibt es aber alsbald wieder liegen, damit wir das Abschlussfeuerwerk vom Logenplatz auf dem Sonnendeck aus beobachten können. Nach der grandiosen pyrotechnischen Vorstellung brandet von Land und von Deck Applaus auf und sämtliche Schiffe auf der Förde danken mit einem kräftigen Ton aus dem Signalhorn.
Während die Gäste zu Bett gehen begibt sich das Schiff auf seinen Weg gen Süden. Nach dem Frühstück - der Nord-Ostsee-Kanal liegt bereits hinter uns - passieren wir Hamburg-Blankenese und fahren entlang der Süderelbe in Richtung Lauenburg. Eine Nachtwächterin erklärt uns dort auf einem kleinen Rundgang die historische Altstadt der südlichsten Stadt in Schleswig-Holstein.
Am nächsten Morgen biegen wir ein in den Elbe-Seitenkanal und erleben nach ca. 12 km eine Talfahrt der besonderen Art: im Schiffshebewerk Scharnebeck. In nur 3 Minuten überwinden wir die 38 Meter vom Ober- zum Unterwasser. Ein Rundgang durch die tolle Innenstadt von Lüneburg schließt sich an.
Bis zum Ende des Kanals bei Edesbüttel genießen wir die Sonne auf dem Oberdeck und lassen die Landschaft langsam an uns vorüberziehen. Nun folgen wir dem Mittellandkanal und erreichen nach Braunschweig und Peine die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover. Eine Führung in den Herrenhäuser Gärten bringt uns die herrliche Anlage aus dem 17. Jahrhundert näher.
Mit dem Schiff passieren wir verschiedene Industrieanlagen und müssen immer wieder den Kopf einziehen, da viele Brücken sehr niedrig sind. Oft ist nur eine Handbreit Platz zwischen den Stuhllehnen auf dem Sonnendeck und der Unterseite der Brücke.
Bei einem Ausflug lernen einige Teilnehmer der Reisegruppe das imposante Bauwerk des Wasserstraßenkreuzes in Minden kennen. Dort kreuzt der Mittellandkanal die Weser, wozu nicht einfach nur eine Brücke gehört, sondern auch diverse Schleusen, Ausgleichs- und Hafenbecken.
Nachdem wir in den Dortmund-Ems-Kanal eingebogen sind, folgen wir dieser Wasserstraße bis Münster, wo wir am Abend im Stadthafen den Sieg im Fußball über die USA erleben. Der Jubel in den Lokalitäten am gegenüberliegenden Ufer ist unüberhörbar.
Den letzten Kanal dieser Reise erreichen wir bei Datteln: den Rhein-Herne-Kanal. Wir passieren vier weitere Schleusen und kommen am Abend bei Duisburg auf den Rhein. Damit endet auch das ruhige Dahinfahren, denn der Schiffsverkehr nimmt zu und außerdem muss die SANS SOUCI gegen die erstaunlich starke Strömung anfahren. Düsseldorf lockt mit einem Höhepunkt, der Aussichtsplattform im Rheinturm in 173 m Höhe über der Stadt. Gut zu erkennen sind von dort aus die tanzenden Bürotürme im Medienhafen und die Schwimmer des Triathlons.
Mit 157 m ist der Kölner Dom ähnlich hoch, nur besteigen wir die Turmspitze nicht. Dennoch erfahren wir während einer Führung viel Interessantes über dieses imposante Bauwerk, dessen Bauzeit fast 300 Jahre währte.
Direkt am Deutschen Eck ist unser nächster Liegeplatz. Wir haben Glück, denn während des Ausflugs zur Festung Ehrenbreitstein lichten sich die Wolken, so dass wir von der Festungsmauer einen Blick auf den Zusammenfluss von Rhein und Mosel sowie die Stadt Koblenz werfen können. Einen unschönen Geschmack im Mund hinterlässt das Wasser aus der Römer-Quelle in Bad Ems, das einige Teilnehmer probieren. Auch wenn es sehr gesund sein soll, wird es nicht unser Lieblingsgetränk.
In Mainz meint es der Sommer wieder gut mit uns und die Sonne lässt die historischen Bauten der Altstadt in einem warmen rötlichen Licht leuchten, denn viele Gebäude sind mit rotem Sandstein verkleidet. Eine Vorführung im hiesigen Gutenberg-Museum zeigt anschaulich, wie ein Buch im 15. Jahrhundert gedruckt wurde. Gezeigt werden ebenfalls zwei originale Gutenberg-Bibeln, die unter dickem Glas zu bewundern sind.
Tags darauf haben wir unser Ziel erreicht: Heidelberg. Ein Rundgang durch die quirlige Altstadt, die von vielen Besuchern und Studenten bevölkert wird, beschließt das Ausflugsprogramm. Dank klarer Sicht haben wir vom Schloss einen grandiosen Blick auf die Stadt und das weite Tal in der Ferne. Am Abend schließt sich dann der Kreis, denn von Deck aus haben wir freien Blick auf das Feuerwerk auf der Alten Brücke. Ein farbenfroher Abschluss dieser Kreuzfahrt, die uns auf ungewöhnlichem Wege von Kiel nach Heidelberg führte.

jan mertens