Reisebericht MS OCEAN MAJESTY

ZURÜCK Kontakt PDF E-Mail

Nordkapkreuzfahrt zur Mittsommernacht

Eine Kreuzfahrt die in Kiel beginnt,...

21.06. - 03.07.2017

Reisebericht

...sozusagen direkt vor der Haustür, was könnte verlockender sein. Das sagten sich wohl auch die 29 Teilnehmer der KN-Leserreise.
Die MS Ocean Majesty verließ die Kieler Förde gegen 16 Uhr, als die meisten großen und kleinen Segelschiffe zu ihren Liegeplätzen zurückkehrten. Ein toller Anblick. Und alles bei schönstem Wetter. Da soll noch einer behaupten, dass es während der Kieler Woche immer regnet!
Der erste Tag an Bord war ein Seetag, wodurch man Gelegenheit hatte, die MS Ocean Majesty, die ja unser schwimmendes zu Hause für die nächsten zwölf Tage war, ausführlich zu erkunden.
Gebaut wurde dieses Schiff ursprünglich 1965 als Fähre und dient seit 1995 als Kreuzfahrtschiff, natürlich nachdem es zwischenzeitlich aufwändig umgebaut und renoviert wurde, ohne jedoch den ursprünglichen Charme zu verlieren.
Die Route führte uns zunächst entlang der norwegischen Küste und später in den Sognefjord, den längsten Fjord der Welt.
Majestätische Berge, durchzogen von tiefen Tälern traten aus dem Nebel hervor und sorgten für eine fast geheimnisvolle Atmosphäre. Hier konnte man sich gut vorstellen, wie die Mythen der Trolle und Feen entstanden sind.
Als ersten Hafen liefen wir Vik an, von wo aus verschiedene Ausflüge unternommen werden konnten, so z.B. eine Fahrt mit der berühmten Flåmbahn, die zu den spektakulärsten Zugreisen der Welt gehört. Es ist einer der „steilsten“ Züge der Welt der sich durch 20 Tunnel und ebenso viele Kurven schlängelt und herrliche Panoramablicke bietet.
Der nächste Punkt unserer Reise war Alesund, welches von vielen Einwohnern als die schönste Stadt Norwegens bezeichnet wird. Von hier aus bestand unter anderem die Möglichkeit zur Trollwand zu fahren. Diese beeindruckende 1000 Meter hohe Steilwand ist die höchste Europas und wird oft von wagemutigen Kletterspezialisten bezwungen - oder auch nicht.
Weiter ging es über den Trollstigen, eine der spektakulärsten Straßen Norwegens, mit 11 Haarnadelkurven und mit bis zu 9 % Steigung. Eine wahre Meisterleistung unserer Busfahrer!
Beim Abschied von Ålesund bot sich uns eine besondere Überraschung. Zur Feier der Mittsommernacht war aus Holzpaletten ein 45 Meter hoher Stapel errichtet worden (Weltrekord) der am Abend angezündet wurde. Dieses Feuer vor der Kulisse der Altstadt war weithin zu sehen. Auch etliche der Hunderte Boote mit feiernden jungen Norwegern begleiteten uns noch lange.
Nach diesem ereignisreichen Tag passte es gut, dass der nächste Tag wieder ein Seetag war. Außerdem hatten wir in der Nacht den Polarkreis überquert und so musste dann natürlich auch eine zünftige Polarkreistaufe zelebriert werden, sehr zum Spaß der „Täuflinge“ und zum noch größeren Spaß der Zuschauer.

Ein weiterer unvergesslicher Höhepunkt war die Fahrt in den Trollfjord. Die Einmündung ist nur 100 Meter breit und an einigen Stellen hatte man das Gefühl die Felswände mit den Händen berühren zu können. Die Südseite wird durch den bis zu 1084 Meter hohen Trolltindan begrenzt, an der Nordseite steigt der fast 1000 Meter hohe Blafjell fast senkrecht aus dem Wasser. Untermalt wurde dieses einmalige und unvergessliche Naturspektakel durch Musik von Edvard Grieg.
Weiter ging es zu den Lofoten-Inseln, die berühmt sind für die steilen Granitgipfel, zahllose Fjorde, abgelegene Fischerdörfer und unberührte Natur soweit das Auge reicht. Hier bot sich die Gelegenheit zu Wandern, zu Reiten oder auch auf eigene Faust dieses Paradies zu erkunden.
Am nächsten Tag erwartete uns das Nordkap. Nun ja, eigentlich erwartete es uns nicht, denn es hüllte sich in dicken Nebel.
Dafür war dann in Tromsø wieder schönes Wetter. Tromsø liegt mitten in der Arktis und gilt als das Tor zum Eismeer.
Hier bot sich unter anderem die Möglichkeit, verschiedener Rundfahrten, mit Besuch der berühmten Eismeerkathedrale, oder auch zum Wildnis-Zentrum zu fahren, zu den Huskies, incl. Knuddeln und Schmusen!
Als Ausgleich für das Nordkap, welches sich ja am Tag zuvor verschämt im Nebel versteckt hatte, wurden wir in dieser Nacht mit einer traumhaften Mitternachtssonne entschädigt.
Auch bei der Fahrt durch den weltberühmten Geiranger-Fjord war das Wetter absolut auf unserer Seite. Der tiefblaue Fjord grüßte uns mit seinen majestätischen, schneebedeckten Gipfeln, grünen Tälern und wilden Wasserfällen.
Auch in Bergen, der letzten Station unserer Kreuzfahrt konnten wir uns wettermäßig nicht beklagen. Bergen ist bekannt als die regenreichste Stadt Europas, oder wie es unsere Reiseleiterin bei der Rundfahrt ausdrückte, der Regen ist eine der vielen Sehenswürdigkeiten Bergens, aber er blieb uns erspart, wodurch wir den letzten Hafen unserer Reise ausgiebig (und trocken) genießen konnten.
Der letzte Seetag, zurück nach Kiel, war dann etwas – nun ja – unruhig. Aber vielleicht wollte Neptun uns ganz einfach daran erinnern, welches Glück wir doch hatten, denn es hätte ja auch öfter starker Seegang herrschen können.

Ingrid Reips