Reisebericht Madeira -

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Blumeninsel im Atlantik

Madeira – Insel mit Flair
Exotische Gärten, bizarre Felslandschaften, dschungelartige Wälder,...

18.09. - 25.09.2016

Reisebericht

 urige Weinkeller, prächtige Herrenhäuser, idyllische Dörfer und schwindelerregende Aussichten. Madeira punktet  jedoch nicht nur mit zahlreichen beeindruckenden Baudenkmälern und Sehenswürdigkeiten, sondern besitzt dazu eine lebendige Hauptstadt und eine trendige Inselkultur. Das nostalgische Madeira ist keinesfalls verschwunden, doch auf der Reise konnte auch dessen moderner Charme genossen werden – eine Insel mit Flair.
Schon beim Landeanflug wird dies deutlich. Wie aus dem Nichts tauchen unter dem endlosen Wolkenmeer schroffe, hohe Berge aus dem blauen Atlantik auf. Zerklüftete Gebirgsmassive aus uraltem Vulkangestein. Die Landebahn wurde 2000 auf 2781 m verlängert. Lang genug für Jumbo-Jets. Das anspruchsvollste  und wohl auch teuerste Ingenieurprojekt Portugals steht auf 180 Betonpfeilern. Darunter verläuft eine Schnellstraße, es gibt u.a. einen Kinderspielplatz und einmal im Jahr findet das große Landebahnfest statt. Natürlich nur im Untergrund.
Nach der kurzen Nacht konnten wir vormittags bereits in unserem Hotel Monumental Lido in die schönen großzügig geschnittenen Zimmer einchecken und die nähere Umgebung erforschen. Durch das Hotelviertel war es nicht weit bis zum Stadtzentrum von Funchal – der Hauptstadt. Es ging vorbei an einigen alten Quintas.  Herrschaftliche Villen, die ausgebaut wurden zu Luxusunterkünften mit Prachtgärten. Die andere Richtung bot eine kilometerlange Küstenpromenade mit verschiedenen neu gestalteten Meeresbadeanlagen, natürlichen Kies- und Sandstränden und vielen Cafés und Geschäften. So hatten wir ausreichend Möglichkeiten zum Bummeln, Baden und Genießen.
In den nächsten Tagen wurden wir auf den Ausflügen über die Insel auf eine faszinierende Entdeckungsreise mitgenommen. Ein ausgiebiger Stadtrundgang führte durch Funchal. Es lohnte sich, an den freien Nachmittagen noch einmal auf eigene Faust auf Erkundung zu gehen. Die blumenreichen Parks, reizvolle Gassen, Museen, der attraktive Hafen mit aussichtsreicher Promenade und das geschäftige Treiben lassen sich nicht auf einmal erfassen.  Ein Tag war den Gärten in und um Funchal gewidmet. Im Botanischen Garten und Blandys Garten gedeihen Pflanzen aus aller Welt. Auch wenn nicht immer alles blüht, begeistern den Blumenfreund zu jeder Jahreszeit seltene exotische Arten. In den fantastischen Anlagen fesseln dazu unzählige besondere, knorrig geformte und uralte Baumriesen und –zwerge den Betrachter.
Und immer wieder zogen uns unterwegs atemberaubende Aus- und Fernsichten in ihren Bann. Ein Highlight war sicherlich der Cabo Girão, eines der höchsten Kaps der Welt. Am neu fertiggestellten Skywalk bricht das Land 590 m senkrecht zum Meer ab. Schwindelfreie können die Aussicht in die Tiefe zwischen ihren Füßen hindurch durch das Bodengitter und Glasplatte bewundern. Bizarre Felslandschaften blieben uns vor allem im Inselinneren bei der Gipfelregion am Pico do Areiro in Erinnerung. Am 1000 m hohen Encumeada Pass lassen sich Nord- und Südseite sehen. Die Hochfläche Paúl da Serra könnte in Schottland liegen. Hier gedeiht stellenweise einer der wenigen erhaltenen, jahrhundertealten Heidewälder Madeiras. Oft hüllt Nebel die karge Moorlandschaft ein. Wir hatten Glück und freie Sicht auf den Bergen.
Weitere zahlreiche touristische Anziehungspunkte füllten unser Programm wie die natürlichen Meeresschwimmbecken von Porto Moniz, der markante Adlerfelsen, die Landzunge Ponta de São Lourenço ganz im Osten, der Lorbeerwald von Ribeiro Frio, die Strohhäuser von Santana und die spektakuläre Panoramafahrt zum Tal der Nonnen. Eine interessante Wanderung entlang den für die Insel so bekannten Wasserkanälen (Levada) durch Pinien-und Eukalyptuswälder durfte dabei ebenso nicht fehlen. Und nicht zuletzt die abenteuerliche Rutschpartie von Monte hinab mit dem Korbschlitten. Für Entspannung sorgte der traditionsreiche Madeirawein. Oder wer es stärker bevorzugte, konnte einen Poncha probieren. Ursprünglich wurde der Zuckerrohrschnaps mit Honig und Zitrone gemischt. Heute gibt es das Nationalgetränk von Madeira auch ganz hip mit Maracuja oder Orange.

Tonia Körner