Reisebericht Island - Das Land der Wikinger

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Island

Island, die angesagte Insel im Nord Atlantik war Ziel einer KN/SZ Leserreise.

Wir erlebten eine Insel voller Wunder. Eine archaische Landschaft empfängt uns. Kilometerweit führt die Straße vom Flughafen durch Lavafelder nach Reykjavik. Bevor wir die Insel erkunden lernen wir die nördlichste Metropole der Welt Reykjavik kennen. Rund ein Drittel der isländischen Bevölkerung lebt hier. Wir besichtigen die mächtige Hallgrimskirka und haben einen herrlichen Ausblick auf die Stadt von der Perlan, einem Warmwasserspeicher, bestehend aus sechs Aluminiumtanks, der die Hauptstadt mit warmem Wasser versorgt. Reykjavik- übersetzt bedeutet das rauchende Bucht- wurde vor über eintausend Jahren von Wikingern aus Norwegen gegründet.

Island die Insel vulkanischen Ursprungs – hier bricht die Erde.

In Thingvellir tagte einst eines der ältesten Parlamente der Welt. Der Ort ist durch die UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Hier stehen wir quasi mit einem Fuß in Europa und mit dem anderen in Nordamerika. Genau hier verläuft die Grenze zweier Kontinentalplatten. Rund drei Zentimeter driften sie pro Jahr auseinander, hervorgerufen durch den aktiven Vulkanismus und den damit verbundenen Erdbeben auf Island. Imposante Risse und Felsspalten machen dies sichtbar.

Auf dem Golden Circle befindet sich auch das Geysirgebiet, dass allen diesen Naturschauspielen den Namen gegeben hat. Wir stehen vor dem Geysir Strokkur der alle paar Minuten eine spektakuläre Wasserfontäne von über 20 Metern und 90 °C nach oben schießen lässt.

Feinster Wasserstaub wirbelt am Gullfoss, - dem goldenen Wasserfall, durch die Luft. Überhaupt: Wasserfälle, man könnte meinen Island sei die Insel der Wasserfälle. Begeistert haben uns viele weitere große Wasserfälle: z.B. der Kinderwasserfall mit seiner traurigen Geschichte, der Lavawasserfall – fast 800 breit. An der Südküste machen wir Station an einem der imposantesten Wasserfälle dem Seljalandsfoss hinter dessen Kaskaden, die sich 66 Meter in die Tiefe stürzen, können wir entlanggehen. Perfekte Sonneneinstrahlung zaubert einen Regenbogen in den Wasserstaub. Eben solch einen Regenbogen sehen wir auch am Skógarfoss der 60 m breit ist und 62 Meter in die Tiefe stürzt.

Die Südküste ist sehr grün und bei Vik an der südlichsten Spitze der Insel stehen wir an einem der schönsten Strände der Welt. Warmer, weicher schwarzer Sand  davor der blaue Nordatlantik. Auf den Wellen dümpeln Papageientaucher, die in den nahen Felsen perfekte Brutbedingungen vorfinden. Mächtige schwarze Basaltsäulen an denen sich die Wellen brechen, sowie die vorgelagerte Insel Dyrhólaey bestimmen das Bild dieses Küstenabschnittes.

Wir bereisten die Halbinsel Snaefellsnes mit dem schneebedeckten Vulkan Snaefellsjökull, standen auf dem einzigen weißen Strand auf Island in Budir und gingen am Strand von Rif durch schwarze Perlen am Strand. Unser Reiseleiter Daniel erzählte uns in Kurzform die isländischen Sagen von Gunnar und Njall. Berichtete von dem berühmten isländischen Dichter Snorri Sturlusson, dem Verfasser der Edda Sage und einer der mächtigsten Männer Islands seiner Zeit. Bereits vor 1000 Jahren hatte dieser an seinem Wohnsitz in Reykholt dank der geothermischen Aktivität auf Island einen beheizten Pool auf seinem Anwesen Snorri fiel einem Mord zum Opfer in ebendiesem Pool. Hier in der Nähe entspringt mehr als 100°C heißes Wasser aus einer Felsspalte, genug, um damit die 60 km entfernte Stadt Reykjavik mit Wärme zu versorgen.

Es ist noch nicht lange her, da hielt Island die Welt in Atem. Ein Ausbruch des Eyjafjallajökull sorgte dafür, dass der europäische Luftverkehr für Wochen lahmgelegt wurde; da der Name schwierig auszusprechen ist bezeichnet man diesen Vulkan heute auch mit E 15, so viele Buchstaben folgen dem E.

Die Auslaufgletscher des Myrdallsjokull im Zentralgebiet des geothermisch aktivsten Gebietes von Katla beeindruckten uns ebenso wie die Fahrt mit einem geländegängigen Bus durch Gletscherbäche zu der Oase Thorsmórk wo wir durch einen der wenigen Wälder auf Island wanderten.

Island! Hier wird es im Sommer nicht dunkel. Hinter jeder Kurve gab es eine neue Überraschung. Von weiten grünen Wiesen und Millionen von blau blühenden Lupinen ging es an Gletscherzungen vorbei. Die Nordatlantikküste mit wenigen Fischerdörfern erlebten wir genauso wie schneebedeckte Vulkane und mondähnliche Lavafelder aus denen die Erde zu atmen schien.

Diese landschaftlichen Dimensionen und das Wissen auf einem der geologisch jüngsten Gebiete der Erde zu stehen ist faszinierend und ehrfurchteinflößend zugleich. Diese Insel hat unsere Gedanken verändert. Island ist ein Ziel, für das es sich lohnt die Koffer zu packen und zu starten.

Christel Friedrichs

19.06. - 26.06.2014

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