Reisebericht Irland

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Die grüne Insel

Saftige grüne Wiesen, glückliche Kühe,...

26.07. - 02.08.2017

Reisebericht

... schroffe Klippen, Überbleibsel von historischen Klöstern, Kirchen und Königssitzen, rothaarige Menschen wie aus der Butterwerbung, die ihre Abende singen, tanzend und musizierend in den Pubs verbringen.
All das erwarten Viele, die nach Irland reisen. Doch sind dies alles Vorurteile? Bilder, die die Werbung uns weismachen will? Oder ist es auf der Insel wirklich so? 17 KN- / SZ-Leser haben sich während einer Rundreise durch den südwestlichen Teil der Atlantikinsel ihr eigenes Bild gemacht.
Die Erwartungen sind hoch und die Reisenden am Flughafen in Dublin ein bisschen enttäuscht, denn weder der Reiseleiter Paul noch der Busfahrer Will haben rote Haare. Na ja, Paul ist in Irland aufgewachsen, aber in Deutschland geboren, bevor seine Familie ausgewandert ist. Und Will ist mit seinen silbernen Haaren im Rentenalter. Die beiden zählen also auf der Suche nach den Rothaarigen nicht.
Auf der Fahrt Richtung Limerick sehen wir auf den Wiesen Kühe mit ihren Kälbern und die sehen zumindest zufrieden aus. Dieses Bild stimmt also und zeigt sich fast überall auf der Insel. Nur die karge Kalkhochfläche des Burren mit ihren Steinformationen stellt eine
Ausnahme zum frischen Grün dar. Schroffe Klippen, die zum Teil 200m senkrecht in die Brandung des Atlantik stürzen, bewundern wir am Cliff of Mohair, dem Ring of Kerry und während unserer Fahrt über die Dingle-Halbinsel. In kleinen Orten wie Dingle und Kinsale überraschen uns farbenfrohe Häuser, die in orange, grasgrün, zitronengelb oder leuchtend blau gestrichen sind. Dies ist ein toller Farbklecks auf der durch Nebel oder Regen sicherlich auch manchmal grau erscheinenden Insel. Aber ohne die kurzen Regenschauer sähen die Wiesen nicht so saftig aus und Blumen wie Hortensien, Fuchsien oder Rhododendren würden nicht so großartig wachsen.
Diejenigen ,die Irland mit historischen Bauten verbinden, werden nicht enttäuscht. Wir besuchen die Überreste des früheren irischen Königssitzes Rock of Cashel, das Kloster Clonmacnoise, das bis ins 12.Jahrhundert das wichtigste Kloster Irland war, die Hochkreuze in Kilfenora und die beeindruckende St.Patrick`s Kathedrale in Dublin.
Und während unserer Fahrt über die Insel sehen wir vielerorts Mauerreste von Kirchen und Klöstern.
Singende, tanzende und musizierende Iren erleben wir nicht nur im Theater in Tralee oder in den Pubs. Auch Will überrascht uns. Während wir unterwegs die Landschaft genießen, singt er für uns und beweist, dass sehr viele Iren Musik lieben.
Rothaarige Menschen haben wir auf unserer Reise getroffen, aber sie waren nicht so zahlreich wie erwartet und sie waren nicht häufiger vertreten als in Kiel oder Segeberg. Wenn also auch nicht alle Erwartungen an die grüne Insel erfüllt wurden, wird sie den KN- / SZ-Lesern mit den kunterbunten Häusern, den prächtig blühenden Pflanzen und dem singenden Busfahrer bestimmt lange in Erinnerung bleiben.

Andrea Binder