Reisebericht Elsass Schlemmerreise

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Das kulinarische Elsass

Das Elsass ist mehr als ein schönes Urlaubsziel, wo sich blumengeschmückte Dörfer, Burgen, sanfte Bergkuppen und pittoreske Städte die Hand geben. Es bietet dazu die unterschiedlichsten geschmacklichen Genüsse. Eine einzigartige Palette, die von Flammkuchen und Munsterkäse über Sauerkrautplatte bis hin zu Makronen und saftiger Blaubeertorte reicht. Und dann warten noch die Winstubs und Probierkeller – Sie sind herzlich eingeladen.

03.09. - 08.09.2013

Reisebericht

Das Elsass ist mehr als ein schönes Urlaubsziel, wo sich blumengeschmückte Dörfer, Burgen, sanfte Bergkuppen und pittoreske Städte die Hand geben. Es bietet dazu die unterschiedlichsten geschmacklichen Genüsse. Eine einzigartige Palette, die von Flammkuchen und Munsterkäse über Sauerkrautplatte bis hin zu Makronen und saftiger Blaubeertorte reicht. Und dann warten noch die Winstubs und Probierkeller – Sie sind herzlich eingeladen.

Schon am ersten Tag wird deutlich, warum diese KN- & SZ-Leserreise als Schlemmertour betitelt wird. Bereits morgens werden im bequemen Panoramabus der AK-Touristik leckere belegte Brote, Kaffee, Tee und zur Einstimmung ein kleines Sektchen serviert. Nach einer angenehmen Fahrt treffen wir in Straßburg ein – unser Domizil für die nächsten Tage. Das Abendmenü im Hotel ist typisch Elsässisch – Hähnchen mit Riesling Sauce und Spätzle. Die Blaubeertorte zum Nachtisch ist ein Genuss und absolut farbecht…
Wer etwas über die Landschaft, Kultur und Seele des Elsass erfahren will, muss der Elsässischen Weinstraße folgen. Sie schlängelt sich nicht weit von Straßburg über 170 km am Fuße der östlichen Vogesen entlang. Souverän kutschiert uns unserer Busfahrer Steffen durch manchmal recht schmale, verwinkelte Orte und über kurvige Bergstraßen. Auf der Tour ziehen sanfte grüne Rebhänge, Dörfer mit ihren engen Gassen und typischen, um die Kirche gruppierten Fachwerkhäuschen an uns vorbei. Der Elsässer mag es bunt. Neben der schillernden Blumenfülle leuchten die Hausfassaden in allen Farben um die Wette. Sogar Lila, Rosa und Türkis fehlen nicht. 
Ribeauvillé, Zellenberg, Riquewihr, Mittelwihr, Kaysersberg. Etwa hundert wunderschöne Ortschaften reihen sich entlang der Weinstraße wie Perlen an der Schnur. Allein die Namen zeugen von der bewegten Vergangenheit des Landstriches. „Schließlich durften die Einwohner selbst entscheiden, ob der französische, elsässische oder deutsche Name bleiben sollte“, erzählt Nicole, unsere elsässische Reiseführerin.
 Während oben malerische Burgruinen die Vogesengipfel zieren, thronen unten überall auf Baumwipfeln, Schornsteinen und Dächern Störche mit ihren riesigen Nestern. Das war nicht immer so. Vor gut 35 Jahren war der Weißstorch im Elsass fast ausgestorben. Dann rettete ihn ein Notfallplan. In Gehegen wurden die Tiere angesiedelt und gezüchtet. „Mittlerweile leben wieder über 450 Storchenpaare im Elsass. 60 Störche haben sich sogar an das hiesige Klima gewöhnt und bleiben das ganze Jahr über hier, “ berichtet Nicole stolz.
Das elsässische Symboltier ist beliebt. Selbst in Colmar, der zweitgrößten Stadt der Region, finden sich überall seine Abbilder in allen Formen und Größen: Gemalt auf Fensterläden, als Marzipanfigur beim Bäcker, als Stoffpuppe im Souvenirladen oder als eisernes Laden- und Wirtshausschild. Nirgendwo sonst baumeln so viele kunstvoll gearbeitete Schilder über unseren Köpfen. Sie sind ein weiteres Kennzeichen des Elsass. In Scherwiller zeigen die Damen damit ihre Heiratswilligkeit. Wenn ein Herz am Giebel befestigt wird, ist die Dame auf Brautschau. Die Herren haben sich mit der Zeit dem Brauch angepasst. Da steht die Flasche auf dem Dach. 
Es gibt sie klassisch mit Kokos oder auch mit Pistazie, Schoko oder Orange. Am besten kosten sie sie einfach noch warm direkt aus dem Backofen. Mit Blaubeerfüllung ist sie ein Hochgenuss – die Makrone. Das Elsass hat viele Spezialitäten zu bieten. Vor allem ist es aber für seine Weine bekannt. Im Elsass verdanken diese ihren Namen in erster Linie den Rebsorten. Genau sieben an der Zahl: Sylvaner, Pinot Blanc, Riesling, Muscat, Pinot Gris, Gewürztraminer und Pinot Noir.
In Molsheim nimmt uns Winzer Pierre Hoerter auf eine Entdeckungsreise durch die Reben mit. Obwohl die Hitze zwischen den Weinstöcken steht - es ist heute der wärmste Tag mit 33 Grad - steckt uns Pierre mit seiner Begeisterung bald an. „Neben den Rebsorten bestimmen die zahlreichen unterschiedlichen Bodenlagen das Aroma des Weines“, erklärt uns Pierre. Dazu erfahren wir viel Wissenswertes und Interessantes von der ersten Pflanzung der Rebe bis zum fertigen Wein. Verkostet wird natürlich auch. Inklusive fantastischen Panoramablick bis weit zum Schwarzwald am östlichen Horizont.
Da die Elsässer Weine so vielfältig sind, haben sie bei zahllosen Gelegenheiten ihren Platz: festlicher Anlass, gemütliches Beisammensein oder im Alltag. Als Aperitif oder bei Empfängen, zu Salaten, Meeresprodukten, hellen Fleischsorten oder Nachspeisen. Dass es auch zu jedem Käse immer einen Elsässer Wein gibt, der diesem die entsprechende aromatische Note verleiht, zeigt uns Pierre zwei Tage später. 8 verschiedene Käsegerichte und dazu stets der richtige Wein. Ein Höhepunkt der Reise – da sind sich alle einig.
Selbstverständlich fehlt auch ein ausgiebiger Tag per Boot, zu Fuß und mit Bus in Straßburg nicht. Besonders reizvoll war eine Schiffsfahrt auf der Ill, das Gerberviertel la Petite France, das Münster oder die Europagebäude. Mittags gab es Flammkuchen satt im alten Zollhaus. Ob mit Zwiebeln und Schinken oder Süß mit Äpfeln, Zimt und Zucker, der Elsassklassiker ist eine Sünde wert. Auch die heimische Sauerkrautplatte im historischen Gewölbekeller Gurtlerhoft abends war gut und reichlich.       
Zwei weitere wunderbare Ausflüge führten uns hoch in die Vogesen – zur Hochkönigsburg und auf die Kammstraße. Dazu gehört ein Besuch einer Ferme Auberge mit dem typischen Melkeressen. Auf diesen alten Bergbauernhöfen wurde früher deftig und viel gegessen. Die Arbeit war schwer. Man brauchte viel neue Energie. Die Portionen sind zünftig geblieben. Schäufele, gegarte Schweineschulter mit Kartoffelmus und Salat. Zum Abschluss wird traditionell Blaubeer– und Mirabellentorte sowie der elsässische Munsterkäse gereicht. Das ist ein besonders würziger Weichkäse. Übrigens - charakteristisch für diese Sorte ist ihr strenger Geruch… Und nicht zuletzt fanden sich in gemütlichen Cafés und Restaurants unterwegs zahlreiche Möglichkeiten die gute elsässische Küche zu probieren. Eben eine Schlemmerreise.

Tonia Körner