Reisebericht Baltikum

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Drei Länder, Kulturen und Völker

Die Baltikum-Reise für die 16 Teilnehmer der Kieler-Nachrichten-Leserreise begann in Tallinn, der Hauptstadt Estlands, die auch Partnerstadt Kiels ist. Bei einer Rundfahrt und dem anschließenden ausgedehnten Stadtspaziergang konnten wir uns davon überzeugen, dass Tallinn, das ehemalige Reval, den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2011 zu Recht trägt. Die Altstadt ist liebevoll restauriert und von kulturhistorischem Wert, denn sie vermittelt einen sehr guten Eindruck von der wechselhaften Geschichte des Landes. Wir sahen unter anderem die Domkirche, das Rathaus, die alte Stadtmauer mit ihren verschieden Türmen und andere interessante Gebäude aus der Zeit des Mittelalters.

Unsere Rundreise führte uns weiter zum Ostseebad Pärnu mit dem kilometerlangen Sandstrand und anschließend über Tartu, durch den Gauja Nationalpark nach Sigulda, wo wir die in der Nähe liegende Bischofsburg von Turaida besichtigten und die tragische Geschichte der Rose von Turaida hörten.
Den nächsten Höhepunkt bildete Riga, die Hauptstadt Lettlands, die gleichzeitig auch Partnerstadt Bremens ist. Die alte Hansestadt Riga ist mit ca. 700.000 Einwohnern die größte Stadt des Baltikums. Bei der Rundfahrt konnten wir sehr gut erhaltene prächtige Jugendstilgebäude sowie eindrucksvolle Parkanlagen bewundern und beim späteren Spaziergang lernten wir die romantische Altstadt kennen, mit den malerischen kleinen Gässchen, den prunkvollen Patrizierhäusern, dem Dom, dem Rathaus, den Gildehäusern und den vielen Kirchen.
Weiter fuhren wir zum „Berg der Kreuze“. Die beiden kleinen Hügel sind mit unzähligen Kreuzen von unterschiedlicher Größe übersät. Für die Gläubigen ein magischer Ort, aber auch ein Zeichen des Nationalbewusstseins der Litauer.
Das grösste Bernsteinmuseum der Welt in Palanga war unsere nächste Station. Es befindet sich im ehemaligen Schloss des Grafen Felix Tiskevicius. Um das Schloss herum ist ein malerischer über 100 ha grosser botanischer Park angelegt.
Am späten Nachmittag erreichten wir die Hafenstadt Kleipeda, das frühere Memel und Partnerstadt Lübecks. Bei einem Bummel durch die Altstadt durfte natürlich ein Fotostopp am berühmten Brunnen „Ännchen von Tharau“ nicht fehlen.
Eine kurze Überfahrt mit der Fähre brachte uns zur Kurischen Nehrung, wo wir das Ferienhaus von Thomas-Mann besichtigten, durch das malerische Fischerdörfchen Nida bummelten, die Hohe Düne sahen und eine kleine Wanderung durch den Hexenwald unternehmen konnten.
Letzte Station unserer Reise war Vilnius, die Hauptstadt Litauens. Aufgrund der vorhandenen Bausubstanz und ihrer künstlerischen Werte wurde die Altstadt von Vilnius 1994 in die UNESCO-Liste des schützenswerten Weltkulturerbes aufgenommen. Bei der Stadtführung erkundeten wir nicht nur die sogenannte alte Barockstadt sondern wir sahen auch viele Bauwerke aus der Gotik, der Renaissance und des Klassizismus, wodurch wir einen guten Eindruck von den verschiedenen ethnischen Kulturen und der reichen Tradition dieser Stadt erhielten. Wir besuchten die St. Peter-und-Paul-Kirche, die St. Stanislaw-Kathedrale, das Tor zur Morgenröte, die St. Anna-Kirche und die alte Universität.
Der Abstecher zu der imposanten Wasserburg von Trakai war ein weiterer Höhepunkt der Reise. Danach besichtigen wir Kaunas, mit ca. 350.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Litauens. Sie liegt am Zusammenfluss von Nemunas (deutsch: Memel) und Neris und ist immer noch stolz darauf, dass sie zwischen den beiden Weltkriegen die provisorische Hauptstadt des Staates Litauen war.
Abschließend kann man feststellen, so wechselhaft wie die Geschichte des Baltikums ist, so unterschiedlich sind die Hauptstädte der drei Länder, aber egal ob Jugendstil, Mittelalter oder Barock, überall verspürt man eine fast südländische Lebenslust. Und so ist es auch nicht erstaunlich, dass im Jahre 1989 mehr als 2 Millionen Menschen eine über 600 Kilometer lange Kette bildeten, von Vilnius über Riga, bis Tallinn, um damit friedlich für ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion zu demonstrieren und damals der Begriff der „singenden Revolution“ entstand.

Ingrid Reips

16.05. - 23.05.2015

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