Reisebericht Baltikum

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Drei Länder, Kulturen und Völker

Mittelalterliche Hansestädte beeindruckende Natur

Nach einer Reise durch das Baltikum fällt es nicht leicht,...

27.05. - 03.06.2017

Reisebericht

...sich zu entscheiden, welches dieser drei unterschiedlichen Länder den größten Eindruck hinterlassen hat. Auch die 19 Teilnehmer der KN-Leserreise werden sich sicher schwer festlegen können.

Wir begannen unsere Reise in Tallinn (dem ehemaligen Reval), der Hauptstadt Estlands, die auch Partnerstadt Kiels ist. Bei einem ausgedehnten Stadtspaziergang konnten wir uns davon überzeugen, dass Tallinn den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2011 zu Recht trägt. Die Altstadt ist liebevoll restauriert und von kulturhistorischem Wert und vermittelt einen sehr guten Eindruck von der wechselhaften Geschichte des Landes. Besonders eindrucksvoll sind die alten Stadtmauern mit ihren  Türmen und Verteidigungsbastionen.

Nach einem kurzen Aufenthalt im Ostseebad Pärnu mit dem kilometerlangen Sandstrand fuhren wir durch den Gauja Nationalpark nach Sigulda, wo wir die in der Nähe liegende Bischofsburg von Turaida besichtigten und die tragische Geschichte der Rose von Turaida hörten.

Den nächsten Höhepunkt bildete Riga, die Hauptstadt Lettlands, die gleichzeitig auch Partnerstadt Bremens ist. Beim Stadtrundgang konnten wir sehr gut erhaltene prächtige Jugendstilgebäude sowie eindrucksvolle Parkanlagen bewundern und beim späteren Spaziergang auf den Spuren der Hanse lernten wir die romantische Altstadt kennen, mit den malerischen kleinen Gässchen, den prunkvollen Patrizierhäusern, dem Dom, dem Rathaus, den Gildehäusern und den vielen Kirchen.

Weiter fuhren wir zum „Berg der Kreuze“. Die beiden kleinen Hügel sind mit unzähligen Kreuzen von unterschiedlicher Größe übersät. Für die Gläubigen ein magischer Ort, aber auch ein Zeichen des Nationalbewusstseins der Litauer.

Das große Bernsteinmuseum in Palanga war unsere nächste Station. Es befindet sich im ehemaligen Schloss des Grafen Felix Tiskevicius. Um das Schloss herum ist ein malerischer über 100 ha großer botanischer Park angelegt.

Am späten Nachmittag erreichten wir die Hafenstadt Kleipeda, das frühere Memel und Partnerstadt Lübecks. Bei einem Bummel durch die Altstadt durfte natürlich ein Fotostopp am berühmten Brunnen „Ännchen von Tharau“ nicht fehlen.

Eine kurze Überfahrt mit der Fähre brachte uns zur Kurischen Nehrung, wo wir eine Wanderung durch den Hexenwald unternahmen, die Hohe Düne sahen und gemütlich durch das malerische Nida bummelten, bevor wir das Thomas-Mann-Haus besuchten.

Am nächsten Tag besichtigen wir Kaunas, die zweitgrößte Stadt Litauens. Sie liegt am Zusammenfluss von Nemunas (deutsch: Memel) und Neris und ist immer noch stolz darauf, dass sie zwischen den beiden Weltkriegen die provisorische Hauptstadt des Staates Litauen war. Bei einem Abstecher zu der imposanten Wasserburg von Trakai erfuhren wir weitere Details der wechselhaften Geschichte des Landes.

Letzte Station unserer Reise war Vilnius, die Hauptstadt Litauens. 1994 wurde die Altstadt von Vilnius in die UNESCO-Liste des schützenswerten Weltkulturerbes aufgenommen. Bei der Stadtführung erkundeten wir nicht nur die sogenannte alte Barockstadt sondern wir sahen auch viele Bauwerke aus der Gotik, der Renaissance und des Klassizismus, wodurch wir einen guten Eindruck von den verschiedenen ethnischen Kulturen und der reichen Tradition dieser Stadt erhielten.

Abschließend kann man feststellen, so wechselhaft wie die Geschichte des Baltikums ist, so unterschiedlich sind die Hauptstädte der drei Länder, aber egal ob Jugendstil, Mittelalter oder Barock, überall verspürt man eine fast südländische Lebenslust. Und so ist es auch nicht erstaunlich, dass im Jahre 1989 mehr als 2 Millionen Menschen eine über 600 Kilometer lange Kette bildeten, von Vilnius über Riga, bis Tallinn, um damit friedlich für ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion zu demonstrieren und damals der Begriff der „singenden Revolution“ entstand.

Von Ingrid Reips