Reisebericht Seidenstrasse

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Eine zauberhafte Reise entlang historischer Route

Wer eine Reise nach Usbekistan plant, erntet häufig ungläubiges Kopfschütteln im Bekanntenkreis. Usbekistan? Wo liegt das denn und vor allem, was will man dort? Bezeichnungen wie Seidenstraße, Samarkand oder Taschkent sind dann schon eher ein Begriff.

20.03. - 27.03.2014

Reisebericht

Wer eine Reise nach Usbekistan plant, erntet häufig ungläubiges Kopfschütteln im Bekanntenkreis. Usbekistan? Wo liegt das denn und vor allem, was will man dort? Bezeichnungen wie Seidenstraße, Samarkand oder Taschkent sind dann schon eher ein Begriff.

Die Teilnehmer der KN-Leserreise durften dieses Land erkunden, welches geprägt ist von islamischen Einflüssen und Erinnerungen an die Hochkultur während der Zeit der großen Karawanen. Diese transportierten kostbare Stoffe, Gewürze und andere Kostbarkeiten durch das ehemalige Reich Dschingis Khans, von China bis in den Mittelmeerraum und umgekehrt. Usbekistan bildete das Kernstück dieser Karawanenrouten.

Schon der erste Eindruck in Khiva war überwältigend, denn wir hatten das Glück am 21.03. dort zu sein, am Nawrus-Tag, dem islamischen Neujahrsfest. Auf den Plätzen waren üppig gedeckte Tafeln aufgebaut und die Familien nahmen festlich gekleidet und fröhlich an den Feierlichkeiten teil. Auch wir wurden überall eingeladen und aufgefordert, mitzufeiern und uns die Köstlichkeiten schmecken zu lassen. Man fühlte sich versetzt in ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Dazu trugen natürlich auch die prächtigen blau-weißen Fassaden der zum Teil noch sehr gut erhaltenen Moscheen und Medresen bei und die kunstvoll verzierten Minarette, die sich malerisch vom blauen Himmel abhoben.

Ein weiterer Höhepunkt der Reise war Bukhara. Diese mehr als 2000 Jahre alte Stadt ist ein gutes Beispiel dafür, wie im Mittelalter die zentralasiatischen Städte angelegt waren, mit der Stadtmauer und der Zitadelle, sowie den Moscheen und Medresen (Schulen der islamischen Wissenschaften).

Hier besuchten wir unter anderem das Mausoleum Ismail Samanis, ein Meisterwerk islamischer Architektur aus dem 10. Jahrhundert und mehrere Medresen  aus dem
17. Jahrhundert, die zum großen Teil noch gut erhalten oder originalgetreu restauriert sind.

Am Nachmittag nahmen einige Gäste die Möglichkeit wahr, die Grabanlage Bahouddin Nakschbandis zu besuchen, des Gründers des Sufi- und Derwischordens. Besonders eindrucksvoll war, dass dieser Wallfahrtsort auch von vielen Einheimischen besucht wurde, häufig farbenprächtig gekleidet in Samt und Seide.

Auch hier trafen wir wieder überall freundliche Usbeken, die sich gerne fotografieren ließen und sich sogar für unser Interesse bedankten. Außerdem wurden auch wir häufig um ein Foto gebeten, am liebsten zusammen mit den Pilgern.

Anschließend besuchten wir noch die Sommerresidenz des letzten Emirs, den „Ort an dem der Mond den Sternen begegnet“. Der Palast mit den luxuriösen Räumen erinnerte weniger an islamische Bauwerke sondern eher an Gebäude in St. Petersburg.

Das absolute Highlight der Reise war natürlich Samarkand, die „Perle der islamischen Welt“. Diese Stadt wird oft verglichen mit Babylon, Rom oder auch Athen, von der Wichtigkeit und Bedeutung her. Samarkand ist eines der ältesten Kultur- und Wirtschaftszentren der Erde.

Der bekannteste Platz der Stadt ist der Registan mit den drei großen Medresen Ulugbek, Ti-lya Kuri und Sher Dur, deren Fotos in keinem Usbekistan-Reiseführer fehlen dürfen, denn mit ihren farbenfrohen Kacheln sind sie ein absoluter Blickfang.

Noch eindrucksvoller war Shah-i Sinda, die Straße der Grabmäler und Mausoleen. Nicht nur wegen der eindrucksvollen Architektur ist dieser Komplex ein Kleinod, sondern vor allem wegen der geschmückten Fassaden hat man hier praktisch ein einziges Majolika-Museum. Diese aus gebranntem Ton oder Steingut hergestellten Kacheln erstrahlen in den Farben Blau, Grün und Türkis und sind mit einer Zinnglasur überzogen, wodurch sie Jahrhunderte überdauern, ohne dass der Glanz oder die Farbenpracht leidet.

Den Abschluss der Reise bildete die Hauptstadt Taschkent, wo wir auf das moderne Usbekistan trafen, mit dem Platz der Völkerfreundschaft, dem Platz der Unabhängigkeit, dem Parlament und vielen neueren Gebäuden, die alle nach dem Erdbeben im Jahre 1966 errichtet wurden.

An diese eindrucksvolle Rundreise werden sich die Teilnehmer wohl noch lange erinnern, nicht nur wegen der prächtigen Bauwerke, sondern auch – oder vor allem – wegen der fröhlichen Menschen mit ihrer erfrischenden Herzlichkeit – allen voran natürlich unser usbekischer Reiseleiter Azamat, dem wir alle ein ganz herzliches „rachmat“ sagen!

Ingrid Reips